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Faszientraining: Übungen für einen geschmeidigen Körper

4 Min. Lesezeit

Du sitzt stundenlang am Schreibtisch, stehst abends auf und fühlst dich steif wie ein Brett? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf deine Faszien. Faszientraining ist in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum festen Bestandteil vieler Trainingspläne geworden, und das aus gutem Grund. Wer sein Bindegewebe gezielt trainiert, bewegt sich oft geschmeidiger und fühlt sich im eigenen Körper wohler.

Faszien umhüllen jeden Muskel, jedes Organ und verbinden deinen Körper wie ein grosses Netz. Wenn dieses Netz durch Bewegungsmangel oder einseitige Belastung an Elastizität verliert, merkst du das an Verspannungen und einem eingeschränkten Bewegungsradius. In diesem Beitrag erfährst du, was Faszien genau sind, wie Faszientraining funktioniert und mit welchen Übungen du direkt starten kannst.

Was sind Faszien überhaupt?

Faszien sind Bindegewebsstrukturen, die deinen ganzen Körper durchziehen. Hauptsächlich bestehen Faszien aus Kollagenfasern und Wasser. Man kann sie sich wie eine dünne, sehr reissfeste Folie vorstellen, die Muskeln, Knochen und Organe umhüllt und miteinander verbindet.

Faszien übernehmen verschiedene Aufgaben:

  • Formgebung: Faszien halten Muskeln und Organe an ihrem Platz.
  • Kraftübertragung: Das Fasernetz leitet Kräfte über mehrere Muskeln und Gelenke hinweg weiter.
  • Elastizität: Gesunde Faszien speichern Energie wie eine Feder, etwa beim Springen oder Gehen.
  • Wahrnehmung: In den Faszien sitzen viele Rezeptoren, die deinem Gehirn Informationen über Lage und Bewegung des Körpers liefern.

Bewegst du dich wenig oder immer gleich, können die Fasern verkleben und das Gewebe verliert an Gleitfähigkeit. Die gute Nachricht: Faszien passen sich an. Mit der richtigen Belastung werden sie wieder elastischer, auch wenn das etwas mehr Geduld braucht als beim Muskeltraining.

So funktioniert Faszientraining

Faszientraining ist kein einzelnes Gerät und keine einzelne Übung, sondern eine Kombination aus verschiedenen Reizen. Diese vier Elemente gehören dazu:

  1. Rollen: Mit einer Faszienrolle übst du Druck auf das Gewebe aus. Das kann die Durchblutung fördern und sich lösend anfühlen.
  2. Dehnen in langen Ketten: Statt einzelne Muskeln isoliert zu dehnen, dehnst du ganze Muskel- und Faszienketten, etwa von der Ferse bis zum Nacken.
  3. Federn: Kleine, rhythmische Wipp- und Federbewegungen trainieren die Elastizität des Gewebes.
  4. Spüren: Langsame, bewusste Bewegungen verbessern deine Körperwahrnehmung.

Viele dieser Prinzipien findest du auch in anderen Trainingsformen wieder. So sind die fliessenden, kontrollierten Bewegungen aus unseren Pilates Übungen eine ideale Ergänzung zum Faszientraining.

Faszientraining: 6 Übungen für zu Hause und im Studio

Die folgenden Übungen kannst du zwei- bis dreimal pro Woche in dein Training einbauen. Wärme dich vorher kurz auf, zum Beispiel mit lockerem Gehen oder Armkreisen. Wie ein gutes Warm-up aussieht, erfährst du im Beitrag zum Thema Aufwärmen.

Übung 1: Waden rollen

Setz dich auf den Boden und lege die Faszienrolle unter deine Waden. Stütze dich mit den Händen ab, heb das Gesäss leicht an und rolle langsam von der Ferse bis unter die Kniekehle. Rolle etwa eine Minute pro Seite.

Übung 2: Oberschenkel-Rückseite rollen

Aus derselben Position legst du die Rolle unter die Rückseite deiner Oberschenkel. Rolle langsam vom Gesäss bis knapp über das Knie. Für mehr Druck kannst du ein Bein über das andere legen.

Übung 3: Oberer Rücken

Leg dich mit dem oberen Rücken quer auf die Rolle, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Füsse aufgestellt. Rolle langsam zwischen den Schulterblättern auf und ab. Den unteren Rücken und den Nacken sparst du aus.

Übung 4: Fussohle lösen

Stell dich hin und rolle mit einem kleinen Ball oder einer Mini-Rolle unter deiner Fussohle von der Ferse bis zu den Zehen. Diese Übung ist ideal für zwischendurch, etwa am Stehpult.

Übung 5: Seitliche Dehnung im Stand

Stell dich hüftbreit hin, kreuze das rechte Bein hinter das linke und streck den rechten Arm über den Kopf nach links. Spüre die Dehnung von der Hüfte bis in die Fingerspitzen. Halte 30 Sekunden und wiederhole auf der anderen Seite.

Übung 6: Federnde Fersenhebungen

Stell dich aufrecht hin und hebe die Fersen leicht an. Wippe nun locker und rhythmisch auf den Fussballen, ohne die Fersen ganz abzusetzen. Mach das 30 bis 60 Sekunden lang. So trainierst du die elastische Komponente deiner Faszien.

Darauf solltest du achten

Damit Faszientraining wohltuend bleibt, beachte diese Grundregeln:

  • Langsam rollen: Je langsamer du rollst, desto besser kann sich das Gewebe anpassen.
  • Druck dosieren: Ein Wohlweh ist in Ordnung, starke Schmerzen nicht.
  • Knochen und Gelenke aussparen: Rolle nie direkt über Knie, Wirbelsäule oder Knochenvorsprünge.
  • Genug trinken: Faszien bestehen zu einem grossen Teil aus Wasser.
  • Regelmässig statt intensiv: Kurze Einheiten mehrmals pro Woche bringen mehr als ein langes Training alle paar Wochen.

Hast du Beschwerden, eine Verletzung oder eine Erkrankung des Bindegewebes, kläre vorher ärztlich ab, ob und wie du rollen darfst.

Häufige Fragen

Ersetzt Faszientraining das Krafttraining?

Nein. Faszientraining ergänzt dein Training, kann Krafttraining aber nicht ersetzen. Ein Ganzkörpertraining und Faszienübungen lassen sich jedoch gut kombinieren, zum Beispiel als Teil deines Cool-downs.

Welche Faszienrolle ist die richtige?

Für den Einstieg eignet sich eine mittelharte Rolle. Ist sie dir zu hart, fühlt sich das Training unangenehm an und du verspannst dich eher.

Wann merke ich erste Effekte?

Viele fühlen sich direkt nach dem Rollen lockerer. Bis sich das Gewebe nachhaltig verändert, brauchst du jedoch einige Wochen regelmässiges Training.

Fazit: Kleine Einheiten, grosse Wirkung

Faszientraining ist eine einfache Möglichkeit, deinem Körper mehr Geschmeidigkeit zu schenken. Rollen, Dehnen, Federn und bewusstes Spüren ergänzen dein Kraft- und Ausdauertraining ideal. Wenn du lieber angeleitet trainierst, probiere den Kurs Faszien-Training oder die Mobility-Stunde bei update Fitness aus. Und falls du wissen willst, wie Faszienübungen in deinen persönlichen Plan passen, nutze die kostenlose Betreuung durch unsere ausgebildeten Coaches.

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