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Pilates Übungen: 7 Klassiker für eine starke Körpermitte

5 Min. Lesezeit

Langsame, kontrollierte Bewegungen, bewusste Atmung und eine Körpermitte, die nach der Stunde angenehm brennt: Pilates hat sich längst vom Geheimtipp zum festen Bestandteil moderner Trainingspläne entwickelt. Mit den richtigen Pilates Übungen stärkst du gezielt die tiefliegende Rumpfmuskulatur, verbesserst deine Haltung und gewinnst ein feineres Gefühl für deinen Körper.

Entwickelt wurde die Methode von Joseph Pilates, der sie ursprünglich «Contrology» nannte – die Kunst der kontrollierten Bewegung. Im Zentrum steht das sogenannte Powerhouse: Bauch, unterer Rücken, Beckenboden und Gesäss. Von dieser stabilen Mitte aus sollen sich Arme und Beine kraftvoll und gleichzeitig geschmeidig bewegen.

Das Schöne daran: Für den Einstieg brauchst du nur eine Matte und etwas Zeit. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es bei Pilates ankommt, und lernst sieben klassische Übungen kennen, die sich für Einsteigerinnen und Einsteiger eignen.

Warum Pilates Übungen so wirkungsvoll sind

Pilates trainiert nicht einzelne Muskeln isoliert, sondern ganze Muskelketten. Besonders die tiefe Bauchmuskulatur und die kleinen Stabilisatoren entlang der Wirbelsäule werden gefordert – Muskeln, die im Alltag für eine aufrechte Haltung und einen belastbaren Rücken sorgen.

Zu den häufig berichteten Vorteilen zählen:

  • Mehr Rumpfstabilität für Alltag, Sport und schweres Heben
  • Bessere Haltung, gerade wenn du viel sitzt
  • Mehr Beweglichkeit durch fliessende, kontrollierte Bewegungen
  • Besseres Körpergefühl und Koordination
  • Entspannung, weil Atmung und Konzentration im Vordergrund stehen

Wer häufig unter Verspannungen im Rücken leidet, kann von einer kräftigen Körpermitte profitieren. Hintergründe und weitere Tipps findest du in unserem Beitrag zu Rückenschmerzen. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden lass die Ursache aber bitte ärztlich abklären.

Die Grundprinzipien von Pilates

Bevor du mit den Übungen startest, lohnt sich ein Blick auf die Prinzipien, die jede Pilates-Einheit prägen:

Atmung

Geatmet wird meist in den Brustkorb hinein, also seitlich und nach hinten in die Rippen. So bleibt die Bauchspannung erhalten. In der Regel atmest du bei der Anstrengung aus.

Zentrierung und Kontrolle

Jede Bewegung startet aus der Körpermitte. Ziehe den Bauchnabel sanft Richtung Wirbelsäule, ohne die Luft anzuhalten. Qualität geht immer vor Quantität: Lieber fünf saubere Wiederholungen als fünfzehn unkontrollierte.

Präzision und Fluss

Bewegungen werden bewusst und präzise ausgeführt und gehen fliessend ineinander über. Ruckartige Bewegungen gibt es im Pilates nicht.

7 Pilates Übungen für Einsteiger

Die folgenden Übungen kannst du als kurze Einheit von etwa 20 Minuten durchführen. Starte jeweils mit 6 bis 10 Wiederholungen und steigere dich langsam.

  1. Pelvic Curl (Beckenheben): Rückenlage, Füsse hüftbreit aufgestellt. Rolle Wirbel für Wirbel das Becken hoch, bis Schultern, Hüfte und Knie eine Linie bilden, und rolle ebenso langsam wieder ab. Mobilisiert die Wirbelsäule und aktiviert Gesäss und Beckenboden.
  2. The Hundred: Rückenlage, Kopf und Schultern leicht angehoben, Beine im rechten Winkel in der Luft. Die gestreckten Arme pumpen kleine Bewegungen auf und ab, dazu fünf Pumpbewegungen einatmen, fünf ausatmen. Beginne mit 50 statt 100 Schlägen.
  3. Single Leg Stretch: Rückenlage, Oberkörper leicht angehoben. Ziehe ein Knie zur Brust, das andere Bein streckst du schräg nach vorne aus. Wechsle fliessend die Seiten, ohne dass der Rumpf wackelt.
  4. Spine Stretch Forward: Aufrechter Sitz, Beine etwas mehr als hüftbreit gestreckt. Rolle die Wirbelsäule von oben nach unten nach vorne ab und richte dich Wirbel für Wirbel wieder auf.
  5. Swimming: Bauchlage, Arme lang nach vorne. Hebe Arme, Kopf und Beine leicht an und bewege diagonal gegengleich Arm und Bein wie beim Kraulen. Stärkt den gesamten Rücken.
  6. Side Kick: Seitlage, der Körper bildet eine lange Linie. Schwinge das obere Bein kontrolliert nach vorne und hinten, ohne dass das Becken mitrollt. Danach Seite wechseln.
  7. Plank (Unterarmstütz): Unterarme unter den Schultern, Körper gerade wie ein Brett. Halte die Spannung 20 bis 30 Sekunden und atme ruhig weiter.

Achte bei allen Übungen darauf, den Nacken lang zu halten und nicht ins Hohlkreuz zu fallen. Wenn eine Position zu anstrengend ist, wähle eine leichtere Variante, etwa mit aufgestellten Füssen.

Pilates sinnvoll ins Training einbauen

Pilates ist eine ideale Ergänzung zum Kraft- und Ausdauertraining. Zwei kurze Einheiten pro Woche reichen, um spürbare Veränderungen bei Haltung und Rumpfkraft zu bemerken. Du kannst die Übungen zum Beispiel nach deinem Krafttraining anhängen oder an trainingsfreien Tagen einbauen. Wie ein ausgewogener Wochenplan aufgebaut ist, liest du in unserem Beitrag zum Trainingsplan für Anfänger.

Auch als Ausgleich zu einem stressigen Alltag eignet sich Pilates hervorragend. Die Kombination aus konzentrierter Bewegung und bewusster Atmung hilft vielen Menschen beim Abschalten – und regelmässige, moderate Bewegung ist ohnehin einer der besten Wege, um dein Immunsystem zu stärken.

Am meisten lernst du in einer angeleiteten Stunde. Eine Instruktorin oder ein Instruktor korrigiert deine Technik und zeigt dir passende Varianten. Bei update Fitness ist Pilates als Gruppenkurs Teil des vielfältigen Gruppenfitness-Angebots und im Abo inklusive.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Pilates machen?

Für Einsteiger sind zwei bis drei Einheiten pro Woche ideal. Schon kurze Sessions von 15 bis 20 Minuten bringen etwas, wenn du regelmässig dranbleibst.

Ist Pilates nur etwas für Frauen?

Nein. Pilates eignet sich für alle, die ihren Rumpf stärken und ihre Beweglichkeit verbessern wollen – auch für Kraftsportler, Läuferinnen oder Ballsportler.

Kann ich mit Pilates abnehmen?

Pilates verbraucht weniger Energie als intensives Ausdauertraining. Für die Fettabnahme brauchst du vor allem ein Kaloriendefizit. Pilates ergänzt dein Training aber ideal, weil es Haltung und Körpergefühl verbessert.

Fazit: Pilates Übungen für eine starke Mitte

Mit Pilates Übungen trainierst du deine Körpermitte gezielt, sanft und gleichzeitig fordernd. Wenige Minuten auf der Matte reichen, um Haltung, Stabilität und Körpergefühl zu verbessern. Entscheidend sind saubere Technik, ruhige Atmung und Regelmässigkeit.

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