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Kraft

Ganzkörpertraining: Effektiv trainieren in wenig Zeit

5 Min. Lesezeit

Montag Brust, Dienstag Rücken, Mittwoch Beine: Solche Trainingssplits sieht man oft bei Profis und ambitionierten Kraftsportlern. Für die meisten Menschen mit Job, Familie und Freizeitprogramm ist ein Ganzkörpertraining aber die deutlich praktischere und oft auch effektivere Lösung. Du trainierst in jeder Einheit alle grossen Muskelgruppen und kommst so schon mit zwei bis drei Trainings pro Woche weit.

Ganzkörpertraining ist dabei keineswegs nur etwas für Anfänger. Auch Fortgeschrittene setzen gezielt darauf, etwa wenn sie Kraft, Muskelaufbau und Fettabbau unter einen Hut bringen wollen oder schlicht wenig Zeit haben. Der Trick liegt in der Auswahl der richtigen Übungen und einer klugen Steigerung.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Ganzkörpertraining so gut funktioniert, welche Übungen hineingehören und wie ein konkreter Plan für deine Woche aussehen kann.

Was ist Ganzkörpertraining?

Beim Ganzkörpertraining belastest du in einer einzigen Einheit sämtliche grossen Muskelgruppen: Beine und Gesäss, Rücken, Brust, Schultern und die Rumpfmuskulatur. Statt viele isolierte Übungen für einzelne Muskeln zu machen, setzt du vor allem auf mehrgelenkige Bewegungen, bei denen mehrere Muskeln zusammenarbeiten.

Im Gegensatz dazu verteilt ein Split-Training die Muskelgruppen auf verschiedene Tage. Das kann sinnvoll sein, wenn du vier- bis sechsmal pro Woche trainierst. Bei zwei bis drei Einheiten bekommt beim Split jedoch jede Muskelgruppe nur einmal pro Woche einen Reiz – beim Ganzkörpertraining sind es zwei bis drei.

Die Vorteile von Ganzkörpertraining

  • Zeiteffizient: Mit zwei bis drei Einheiten pro Woche trainierst du jede Muskelgruppe mehrfach.
  • Flexibel: Fällt ein Training aus, fehlt dir nicht gleich der komplette «Beintag».
  • Hoher Energieverbrauch: Grosse Muskelgruppen und Mehrgelenksübungen fordern viel Energie, was beim Abnehmen hilft.
  • Alltagsnah: Die Übungen trainieren Bewegungsmuster wie Heben, Ziehen, Drücken und Tragen.
  • Gute Erholung: Zwischen den Einheiten liegt genug Zeit zur Regeneration.

Gerade wenn du Fett verlieren willst, ist Ganzkörpertraining in Kombination mit einem moderaten Kaloriendefizit besonders wirkungsvoll, weil es die Muskulatur erhält und deinen Energieverbrauch erhöht.

Die besten Übungen für dein Ganzkörpertraining

Ein gutes Ganzkörpertraining deckt die wichtigsten Bewegungsmuster ab. Wähle aus jeder Kategorie mindestens eine Übung:

Beine und Gesäss

Kniebeugen, Beinpresse, Ausfallschritte oder Hüftheben. Die Kniebeuge gilt als Königsübung für den Unterkörper – wie du sie technisch sauber ausführst, liest du in unserem Beitrag zur richtigen Kniebeuge.

Hüftbeugen (Hinge)

Kreuzheben mit Kurzhanteln, rumänisches Kreuzheben oder Rückenstrecker. Diese Übungen stärken die gesamte hintere Muskelkette vom Gesäss bis zum oberen Rücken.

Ziehen

Rudern am Kabelzug, Kurzhantelrudern oder Latzug. Ziehende Übungen kräftigen den Rücken und gleichen das viele Sitzen aus.

Drücken

Brustpresse, Bankdrücken, Liegestütze oder Schulterdrücken. Damit trainierst du Brust, Schultern und Trizeps.

Rumpf

Unterarmstütz, Seitstütz oder Pallof Press. Eine stabile Mitte überträgt die Kraft zwischen Ober- und Unterkörper. Wenn du deinen Rumpf zusätzlich gezielt stärken willst, findest du passende Pilates Übungen in unserem letzten Beitrag.

Mehr über die Basisbewegungen, auf denen jedes gute Krafttraining aufbaut, erfährst du im Beitrag zu den Grundübungen. Ob du diese Übungen an Maschinen oder mit Kurz- und Langhanteln ausführst, hängt von deiner Erfahrung und deinem Ziel ab – beide Varianten haben ihre Stärken, wie wir im Vergleich Freihanteln oder Maschinen zeigen.

Dein Ganzkörpertraining-Plan für die Woche

Der folgende Plan arbeitet mit zwei abwechselnden Einheiten A und B. Trainiere zwei- bis dreimal pro Woche mit mindestens einem Ruhetag dazwischen, zum Beispiel A – B – A in der ersten und B – A – B in der zweiten Woche.

Einheit A

  1. Kniebeuge oder Beinpresse: 3 Sätze à 8 bis 12 Wiederholungen
  2. Rudern am Kabelzug: 3 Sätze à 10 bis 12 Wiederholungen
  3. Brustpresse oder Bankdrücken: 3 Sätze à 8 bis 12 Wiederholungen
  4. Rumänisches Kreuzheben mit Kurzhanteln: 3 Sätze à 10 bis 12 Wiederholungen
  5. Unterarmstütz: 3 Runden à 30 bis 45 Sekunden

Einheit B

  1. Ausfallschritte: 3 Sätze à 10 Wiederholungen pro Bein
  2. Latzug: 3 Sätze à 10 bis 12 Wiederholungen
  3. Schulterdrücken mit Kurzhanteln: 3 Sätze à 10 bis 12 Wiederholungen
  4. Hüftheben: 3 Sätze à 12 bis 15 Wiederholungen
  5. Seitstütz: 3 Runden à 20 bis 30 Sekunden pro Seite

Wärme dich vor jeder Einheit fünf bis zehn Minuten auf und mache zu Beginn der ersten Übung ein bis zwei leichte Aufwärmsätze. Pausiere zwischen den Sätzen 60 bis 120 Sekunden. Wenn du ganz neu im Krafttraining bist, starte mit dem einfacheren Trainingsplan für Anfänger und wechsle nach einigen Wochen auf diesen Plan.

So bleibst du auf Fortschrittskurs

Damit dein Körper sich weiter anpasst, braucht er regelmässig neue Reize. Das Prinzip heisst progressive Überlastung. Schaffst du bei einer Übung in allen Sätzen die obere Wiederholungszahl mit sauberer Technik, erhöhst du beim nächsten Mal das Gewicht leicht. Notiere dir deine Gewichte und Wiederholungen, damit du deine Entwicklung nachverfolgen kannst.

Ebenso wichtig sind Schlaf, eine eiweissreiche Ernährung und Ruhetage. Muskeln wachsen nicht während des Trainings, sondern in der Erholungsphase danach.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Ganzkörpertraining?

Mit Aufwärmen rechnest du mit etwa 45 bis 60 Minuten. Wenn du wenig Zeit hast, kannst du die Übungen auch als Zirkel durchführen.

Kann ich jeden Tag Ganzkörpertraining machen?

Für intensives Krafttraining ist das nicht empfehlenswert. Gönn deinen Muskeln zwischen zwei Einheiten mindestens einen Tag Pause.

Ist Ganzkörpertraining für Muskelaufbau geeignet?

Ja. Durch die höhere Trainingsfrequenz pro Muskelgruppe ist es für viele Menschen eine sehr effektive Methode, um Muskulatur aufzubauen.

Fazit: Ganzkörpertraining für mehr Kraft im Alltag

Ganzkörpertraining ist effizient, flexibel und für fast alle Ziele geeignet – vom Muskelaufbau über die Fettabnahme bis hin zu mehr Kraft im Alltag. Mit wenigen gut gewählten Grundübungen, sauberer Technik und stetiger Steigerung machst du mit zwei bis drei Einheiten pro Woche spürbare Fortschritte.

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