Trinken

 

Ein Mensch kann bis zu drei Wochen ohne Nahrung auskommen. Ohne Flüssigkeitszufuhr kann er jedoch nur wenige Tage überleben. Doch weshalb ist Trinken von solch essenzieller Bedeutung? Wieso trinken wir trotzdem oft zu wenig? Unser Körper liefert die Antworten.

Trinken für mehr Wohlbefinden
Nehmen Sie sich kurz Zeit und überlegen Sie, wie viel Sie heute schon getrunken haben. Einen halben Liter? Nicht einmal? Mit grosser Wahrscheinlichkeit müssen Sie zugeben, dass Sie zu wenig getrunken haben – so wie dies die meisten von uns tun. Eine ausreichende Trinkmenge ist jedoch essenziell, damit unser Organismus richtig funktionieren kann. Eine Unterversorgung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

«Auf süsse Limonade, Cola- oder Fruchtsaftgetränke sollte möglichst verzichtet werden»

Wieso müssen wir trinken?
Der menschliche Körper besteht etwa zu 60 % aus Wasser. Diese Flüssigkeit dient als Transportmittel für Blut, Harn und Schweiss, beseitigt Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel und reguliert die Körpertemperatur. Innerhalb von 24 Stunden fliessen 1400 Liter Wasser durch unser Gehirn, im selben Zeitraum wird die re von 2000 Litern Wasser durchströmt. Obwohl der Organismus über Harn, Atem und Haut lediglich 2,5 bis 3 Liter im Laufe eines Tages ausscheidet, muss diese Menge ersetzt werden, da der Körper auf keine eigenen Wasserreserven zurückgreifen kann und ansonsten die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt würde. Eine ausreichende Trinkmenge ist also wichtig, damit der Organismus richtig funktioniert.

Wie viel ist genug?
In allgemeinen Trinkempfehlungen sollte der erwachsene Mensch pro Tag zwischen zwei und drei Liter Flüssigkeit durch Trinken aufnehmen. Dieser Wert variiert jedoch je nach Ernährung und Art des Getränks. Je mehr Fleisch, und Salz man zu sich nimmt, desto mehr Flüssigkeit sollte man trinken. Je mehr Salat, Gemüse und Obst man isst, desto weniger muss man trinken, da diese Nahrungsmittel viel Wasser und wenig Kochsalz enthalten. Gleichzeitig ist es relevant, in welcher Art man die Flüssigkeit zu sich nimmt. Auf süsse Limonade, Cola- oder Fruchtsaftgetränke sollte möglichst verzichtet werden, da der hohe Zuckergehalt dem Körper zunächst Wasser entzieht. Die benötigte Tagesration an
Liter Flüssigkeit, die man zu sich nehmen sollte. Genauer ist die Berechnung nach Kalorien. Es gilt, einen Milliliter pro Kalorie zu trinken. Dabei muss man die Kalorien jedoch nicht genau zählen, nur bei üppigem Essen entsprechend mehr trinken.

Erhöhter Bedarf beim Sport?
Während sportlichen Tätigkeiten sollte ebenfalls vermehrt Flüssigkeit zu sich genommen werden. Wer Sport treibt erhöht seine Schweissproduktion und stellt grössere Ansprüche an seinen Organismus. Ärzte raten Sportlern daher während und nach der anstrengenden Tätigkeit möglichst viel zu trinken. Nebst Wasser empfehlen Experten hierfür Fruchtsaft verdünnt mit Mineral- wasser. Eine Apfelschorle beispielsweise wirkt isotonisch und hypoton. Dies ist wichtig, da ein Sportler einen erhöhten Bedarf an Kohlenhydraten und Elektrolyten hat und sein Getränk bekömmlich und schnell verwertbar sein sollte. Der Bedarf an Flüssigkeit nach dem Sport kann einfach berechnet werden: Stellen Sie sich vor und nach der sportlichen Tätigkeit auf die Waage. Der Gewichtsverlust ist in diesem Fall Flüssigkeitsverlust, der wieder ausgeglichen werden muss.

«Bereits 2 % Wasserverlust des Körpergewichts kann die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen»

Und wenn nicht genug getrunken wird?
Wer zu wenig trinkt, bringt sich in Gefahr. Die ersten Anzeichen einer Unterversorgung sind durch Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden, Kopf- und Muskelschmerzen erkennbar. Leidet der Körper unter vermehrtem Mangel an Flüssigkeit, wird im Gehirn vermehrt ein Hormon produziert, das die Ausscheidung von Wasser hemmt und dadurch Gefässe verengt und den Blutdruck steigen lässt. Nebst Verstopfungen kann dies auch zu Kreislaufproblemen, nächtlichen Wadenkrämpfen oder juckender Haut führen. Glücklicherweise macht uns das Gefühl von Durst auf den Mangel an Flüssigkeit aufmerksam.

Quelle: Luzia Kunz